Es ist heiß, viel zu heiß. Die vergangenen Tage waren eine Hitzewelle wie ich sie in Deutschland so noch nicht erlebt habe. Menschen flüchten sich in klimatisierte Innenräume. Der Straßenbelag platzt auf und bringt so jeglichen Tramverkehr in Leipzig zum Erliegen. An vielen Messstationen wurden ein neuer Spitzenwert gemessen - jenseits der 40 Grad. Und das, obwohl die Messreihen zum Teil bis ins Jahr 1824 zurückreichen.

Auch wenn die Auswirkungen schon jetzt frappierend sind, habe ich vor allem Angst vor einer Zukunft, in der das was wir jetzt erleben “normal” ist. Wie wird dann wohl erst eine Hitzewelle in 30 Jahren sein? Die Modelle sagen dafür Temperaturen um die 45 Grad in Deutschland voraus.

Schon immer war eine große Schwäche des 1,5 Grad Ziels seine Nüchternheit. Ein Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um 1,5 Grad, was heißt das denn schon. Die letzten drei Tage zeigen jedoch ganz konkret was das bedeutet: eine lebensfeindliche Umwelt, insbesondere in zubetonierten Großstädten. Wir als Menschen sind nicht für diese hohen Temperaturen gemacht.

Zwar lässt sich bei der aktuellen Hitze der Klimakollaps nur schwierig verdrängen, morgen aber, wenn die Temperaturen wahrscheinlich wieder unter 30 Grad fallen, klappt das viel besser. Besonders bedrückt mich dabei, dass trotz der offensichtlichen Schieflage alles seinen gewohnten Weg geht - business as usual. Das Kapital wird weiter dort investiert, wo die Gewinne maximiert werden, ungeachtet jeglicher ökologischer Grenzen.

Was wir stattdessen brauchen sind demokratische Entscheidungen darüber was und wie wir produzieren; nach Bedarf und nicht nach Gewinnen. Ein solcher Wandel wird jedoch nicht von selbst passieren, dazu sind die aktuellen Machtverhältnisse viel zu gefestigt. Nehmen wir zum Beispiel einen transnationalen Ölkonzern wie British Petroleum. Sein Geschäftsmodell ist seit gut 100 Jahren die Förderung von Öl- und Gas. Dieser Konzern wird alles in seiner Macht stehende tun (und das ist ganz schön viel bei knapp 200 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr) um sein fossiles Geschäft zu erhalten und auszubauen.

Wir müssen aufhören Machtkonzentrationen wie sie beispielsweise British Petroleum und seine Eigentümer darstellen, als wertvollen Beitrag zu unserer Gesellschaft zu sehen. Stattdessen sollten wir klar benennen wofür Großkonzerne und Milliardäre stattdessen stehen: Raubbau an unserer aller Zukunft.